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DEUTZ-Aktie: Volvo übernimmt 18% von SAME-DEUTZ-FAHR


14.06.2012
Bankhaus Lampe

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Christian Ludwig, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von DEUTZ (ISIN DE0006305006 / WKN 630500) unverändert mit dem Rating "kaufen".

Gestern habe Volvo (ISIN SE0000115446 / WKN 855689) bekannt gegeben, für 130 Mio. Euro insgesamt 22,1 Mio. DEUTZ-Aktien von SAME-DEUTZ-FAHR (SDF) übernehmen zu wollen. Damit käme Volvo auf die für eine HV-Sperrminorität notwendigen 25% plus eine Aktie.

Weitere Details: Der Kurs von 5,88 Euro beinhalte eine Prämie von 12% gegenüber dem dreimonatigen Durchschnittskurs und fast 50% gegenüber dem Vortagesschlusskurs. Nach der Übernahme der Aktien käme SDF noch auf einen Anteil von 8,4%. Die neuen Anteilsverhältnisse würden die industrielle Verzahnung der Parteien besser widerspiegeln. Im letzen Jahr habe Volvo 26,3% des DEUTZ-Umsatzes bezogen, während SDF nur 6,7% abgenommen habe.


Die Änderung der Besitzverhältnisse könnte einen negativen Effekt auf die vorhandenen Verlustvorträge von DEUTZ in Höhe von rund 750 Mio. Euro haben. Im Worst Case wäre eine Wertberichtigung in Höhe von ca. 180 Mio. Euro nötig, sodass nur 570 Mio. Euro an Verlustvorträgen übrig bleiben würden. Damit wäre die Steuerquote trotzdem bis zum Ende des Jahrzehnts auf dem Minimalniveau. Der Verkauf stehe noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Dies dürfte aber nur eine Formalie sein.

Die Analysten würden nicht davon ausgehen, dass Volvo nach dieser Transaktion seinen Anteil weiter ausbauen werde. Eine Übernahme von DEUTZ wäre kontraproduktiv, da dann davon auszugehen wäre, dass viele DEUTZ-Kunden, die Volvo-Konkurrenten seien, sich einen anderen Motorenlieferanten suchen würden. Volvo wiederum habe nicht genug Bedarf, um die DEUTZ-Kapazität auszulasten.

Der chinesische NFZ-Markt schwächele 2012 weiter (Maizulassungen -8,8%, YTD -11,4%), sodass die Analysten ihre Erwartungen für die JV-Beiträge angepasst hätten (nun inkl. Hochlaufkosten für das neue JV -5 Mio. Euro nach +2 Mio. Euro). Zudem hätten sie ihre Motorabsatz- und -mixerwartungen für 2012ff etwas gesenkt, da die Finanzkrise in Europa nicht kurzfristig überwunden werden dürfte. Die Analysten würden aber über Konsensus bleiben (EBIT 2013e: 104 Mio. Euro; EBIT 2014e: 121,7 Mio. Euro), da die neuen Motoren nun sukzessive in den Markt kämen und für deutliches Wachstum sorgen sollten.

Mit den neuen Schätzungen reduziert sich das Kursziel von 8,00 auf 7,00 Euro, die DEUTZ-Aktie bleibt mit einem KGV 2013e von 5,9 jedoch ein klarer Kauf, so die Analysten vom Bankhaus Lampe. (Analyse vom 14.06.2012) (14.06.2012/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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